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Nochmal ein Hammertag im Spätsommer

Am 13. September hatten wir bei einem relativ frühen Thermikbeginn (ab 12 Uhr konnte man losfliegen) einen genial schnellen Start am Parcours: Mit Steigwerten bis zu 5,4 m/s und hoher Basis ging es am Parcours entlang nach Norden, bis es ab Barcelonette völlig blau wurde. Etwas vorsichtiger flogen wir weiter Richtung Prachaval und Tete de Peyron, ohne besonders gutes Steigen finden zu können. Deshalb war leider der Weg in die Maurienne hinein nicht zu schaffen und selbst Benni erreichte mit einer halsbrecherischen Aktion "nur" Barconeccia. Zurück im Süden, konnten wir noch den Rest-Nachmittag die Wolkenstraßen entlang des ersten und zweiten Parcours genießen und trafen uns am Abend nach über 500 km Strecke allesamt an der Serre, um ein paar Sonnenuntergangs-Bilder zu schießen und die Abendthermik zu genießen.

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08. September
Wir erwarteten ein ähnlich gutes Windprofil wie gestern, allerdings heute keine 8/8 Abschirmung wie am gestrigen Tag, so dass ein Wellen-Thermik-Mix aussichtsreiche Flugbedingungen versprach. Gegen 12 Uhr machte Nicolas Seidl (OLC) den Anfang, musste aber nach über zehn Minuten Motorlaufzeit bis nach Saint Auban gleiten um dort in niedrigster Höhe Anschluss zu bekommen. Auch Joachim und Fabi im Arcus ging es ähnlich: Völlig tote Luft bis hinter die Bleone. In den darauf folgenden vier Stunden mussten sie zwischen 1400 und 2000 m in völlig unstrukturiertem Wind fliegen, ohne jegliche Thermikentwicklung anzutreffen. Irgendwann wurden sie schließlich am Pic de Bure für ihre Geduld belohnt, denn dort konnten sie auf über 5000 m Höhe steigen. Leider mussten sie dann den Steigflug abbrechen, da uns im Arcus keine Sauerstoff-Halterung zur Verfügung steht und wir somit nur eine einzige Flasche sehr provisorisch fest einbauen konnten, so dass sich die zwei Piloten immer mit dem atmen abwechseln müssen.

Den Clubklasse-Piloten Daniel und Benni war das Wetter noch weniger geheuer: Ohne Turbo war es erst gegen 14 Uhr möglich, sich in Platznähe zu halten, und leider schlief im Laufe des Nachmittags der Wind ein - drei Stunden anstrengend und nervenaufreibende, aber sehr intensive Fliegerei in schwacher, zerblasener "Grauthermik" waren das Resultat.
 
Unverhofft kommt oft

Als wir uns heute Morgen zum Frühstück trafen, kamen schnell die ersten Zweifel auf, ob der Wind denn stark genug zum Welle fliegen sei. Auch die anderen Piloten in Puimoisson waren sehr skeptisch, so dass am Vormittag alles auseinander lief und sogar das Briefing völlig ausfiel. Während wir noch nach einem Alternativprogramm suchten, ließen uns dennoch die Blicke in den Himmel keine Ruhe, denn ein paar Wellenstrukturen waren doch zu sehen, vor allem im Norden und Nordosten. Leider regte sich am Boden immer noch kaum ein Windhauch. Gerade als Daniel und ich (Benni) uns gegen 14 Uhr entschieden hatten mit dem Arcus doch noch einen Versuch zu machen (mit dem Turbo kann man sich einfach einiges mehr trauen), begann der Bodenwind aufzufrischen und der Gedanke an einen Wellenflug wurde langsam realistisch. Leider stellte sich heraus, dass der Schlepp-Pilot gerade beim Mittagessen war und offenbar keine "Kundschaft" erwartete. So hatten wir viel Zeit uns fertig zu machen, bis schließlich gegen 16 Uhr der Schlepper wieder aufauchte. Völlig überrascht machte er die Morane startklar und zog uns wenige Minuten später in die sehr zweifelhafte Wetteroptik hinein.

Der Flug begann ohne aussichtsreiche Impulse: Der erhoffte Rotor an der Assetalkante blieb aus, so dass uns nichts anderes übrig blieb, um mit thermischen Ablösungen unsere Höhe zu halten. Einmal mussten wir sogar noch den Turbo benutzen, dann aber schafften wir es in der vom Wind zerblasenen Thermik auf etwa 1400 m zu steigen (etwa 600 m über Grund). Vorsichtig tasteten wir uns an den Vorbergen der Serre und dem Beyne entlang an den Hängen. Der Beyne selbst ging dynamisch mit 1-2 m/s, ausreichend für den ersten richtigen Höhengewinn. Genau über dem Gipfel gerieten wir schließlich in die erste Welle, in der wir mit 2-3 m/s bis zur Luftraumgrenze in 3450 m Höhe steigen konnten. Inzwischen hatten sich die Rotorwolken sehr schön aufgebaut.

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Von hier aus gelang es uns in mehreren gut ausgeprägten Wellen über Lure, Chabre und Crete de Sel zum Pic de Bure zu fliegen. Nach einigen Kapriolen um den Gipfel fanden wir schließlich das Steigzentrum und konnten mit bis zu 4 m/s auf 5000 m steigen. Es blieb noch Zeit für einen Abstecher in die Ecrins, bevor der nahende Sonnenuntergang uns zum Rückflug zwang. Nach knapp vier Stunden Flugzeit berührte der Arcus genau um 19:58, Sunset Time, den Boden. Es hatte sich sehr gelohnt, trotz allem doch noch zu fliegen.

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6. September: Leider sehr räumlich begrenztes Wetter

Nach der kurzen wetterbedingten Pause am Wochenende (der Flugplatz war nach einem ganzen Tag Dauerregen noch leicht aufgeweicht) baut sich das Segelflugwetter langsam wieder auf. Am Dienstag reichte es leider nicht für großräumigere Flüge, da nur der Bereich östlich der Durance und südlich der Ubaye thermisch entwickelt war. Joachim und Daniel flogen wieder im Arcus, Krümel und Fabi in den beiden Discen, und Benni teilte sich mit Uwe Behrendt den Duo Discus "CP", um für Uwe, der schon länger nicht mehr im Gebirge geflogen war, einen ausgiebigen Überprüfungsflug zu leiten. Dabei sprangen Strecken bis zu 300 km heraus.

Für den heutigen Mittwoch hatten wir zuerst eine Wellen-Wetterlage erhofft, die aber leider wegen viel zu schwachen Bodenwinden ausblieb. Durch 7/8 hohe Bewölkung wird sich heute keine Thermik ausbilden. Morgen hingegen erwarten wir wieder brauchbare Thermikbedingungen sowie ein ähnliches Windprofil wie heute, so dass wahrscheinlich Flüge ähnlich wie am Montag möglich sein werden (Siehe OLC).

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