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Bennis "Verzweiflungstat" |
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Zwar hatten wir gestern pünktlich um neun Uhr morgens begonnen, die Flugzeuge fertig zu machen - als gegen elf allerdings die ersten Gewitterzellen am Horizont sichtbar wurden, war schnell klar, dass es wieder einmal nichts wird. Noch bevor die ersten Gewitter mittags den Flugplatz erreichten, hatten wir schon wieder alles verstaut und abgebaut.
Auch für heute sprach die Wettervorhersage eine eindeutige Sprache: Frontdurchgang bis hin zum späten Nachmittag. Benni rechnete sich allerdings ein kleines, rückseitiges Wetterfenster aus. Hier ist sein Bericht:
"Nachdem ich mit meinem Enthusiasmus alle verrückt gemacht hatte und gegen 15 Uhr tatsächlich erste Entwicklungen am Himmel aufgetaucht waren, stand ich mit der LS-1f gegen halb vier fertig am Start. Nach dem Ausklinken fiel ich direkt in einen knappen Meter Steigen. In etwa 800 m Höhe entschied ich mich, gegen den gut 30 km/h starken Westwind vorzufliegen. Die Wetteroptik: zerbrochene Cumuli unter zerbrochener Schichtbewölkung. Aber jetzt, wo ich schon einmal oben war...
Zunächst sah es tasächlich danach aus, als hätte ich mit meinem Optimismus recht gehabt, als ich wenig später mit über 2 m/s auf 900 m steigen konnte. Vorsichtig aber entschlossen drängte ich weiter nach Westen, den nächsten Wolken entgegen.
Zehn Minuten später fand ich mich in 300 m Höhe über irgendwelchen Sandgruben wieder, und nach weiteren fünf Minuten war ich nur etwa 50 Meter höher gestiegen, bevor auch dieser Aufwind das Zeitliche segnete. In einem letzten Versuch glitt ich zu der einzigen erreichbaren Wolke, unter der es noch Außenlandemöglichkeiten gab, und stellte mit spielerschem Entsetzen fest, dass die postfrontalen Quellwolken gerade allesamt unerreichbar nach Nordosten abzogen - dahinter wartete gähnendes Blau. Mein "Wetterfenster" war ungefähr eine halbe Stunde breit gewesen.
Na gut, ich hatte alle Register gezogen und dennoch verloren. Nach einigen aussichtslosen Kurbelversuchen um das Außenlandefeld herum entschied ich mich resigniert zu einer sicheren Landung. Eine Stunde später war Fabi mit dem Anhänger da..."
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Hitzefrei und Wetter-Hoffnungen |
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Die vergangenen drei Tage verbrachten wir hier in Eskilstuna leider ausschließlich am Boden. Bei Bodentemperaturen über 30 Grad, hoher Feuchtigkeit und einer niemals endenden Gewitterneigung blieb uns nichts anderes übrig, als das Wetter "auszusitzen" und auf Besserung zu hoffen.
Heute war es soweit: Zwar immer noch von labiler Warmluft dominiertes, allerdings etwas aussichtsreicheres Flugwetter kündigte sich an. Trotz des ca. 30 km/h starken Südostwindes (eine meteorologisch und taktisch gesehen denkbar ungünstige Windrichtung) gelang es Fabi, etwa 470 Kilometer als Jojo zu fliegen - Benni schaffte mit der LS-1f ein 330 Kilometer FAI-Dreieck. Der Rückweg gegen den Wind im abbauenden Wetter, als sich von Süden her eine dichte Abschirmung anbahnte und uns von Westen schon gegen 16 Uhr die ersten Gewitter auf die Pelle rückten, gestaltete sich als trickreich, aber nicht unmöglich.
So richtig konstante Wetteraussichten gibt es leider immer noch nicht...

- Benjamin Bachmaier |
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Einmal 700 und zweimal 500 km |
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Da Sabrina heute in den Süden fliegen wollte, um das Wettbewerbsgebiet der nahenden Frauen-WM weiter zu erkunden, legten wir heute den ersten Schenkel nach Südwesten, um die Konvergenz jenseits des Hjälmaren-Sees abzufliegen, die sich dort schon am späten Vormittag gebildet hatte. Der rechtstarke Südwestwind machte uns das Vorwärtskommen zwar schwierig, aber dennoch konnten wir über 60 Kilometer fast nur im Geradeausflug zurücklegen, bevor wir uns mit Rückenwind auf den Weg nach Nordwesten machten. Erst das Meer setzte dem zweiten Schenkel dort ein Ende. Nun wieder mit 30 km/h Gegenwind, wurde die Strecke bis Ludvika für die Clubklasseflugzeuge zur Qual, während Fabi im Discus mit Wasser problemlos voran kam. Wir sollten ihn erst abends wieder sehen...
Nach einem zeitraubenden Tiefpunkt machten wir uns auf den Weg zurück in den Platzbereich, da sich von Westen her Warmlufteinfluss ausprägte, der die Thermik schon am Nachmittag deutlich abschwächte. Leider war der Himmel ab 17 Uhr entweder komplett breitgelaufen oder blau, so dass schon gegen halb sieben endgültig Schluss mit dem Wetter war. Sabrina und ich brachten je etwa 550 Kilometer mit nach Hause - Fabi hatte es dank einer Transponderfreigabe durch den Stockholmer Luftraum auf sagenhafte 712 Kilometer gebracht...!
Die weiteren Aussichten für die Folgetage: Wechselhaftes Wetter und unsichere Chancen... |
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Klassisches Schweden-Wetter (endlich) |
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Bei niedriger Blauthermik begann der heutige Flugtag in Eskilstuna erst gegen 12.30 Uhr Lokalzeit. Schwache Steigwerte brachten uns in zähem Vorflug bis an die ersten Wölkchen, die etwa 50 Kilometer im Nordwesten anfingen. Jetzt ging das Rennen los: Bis zu 250 Kilometer weit konnten wir nach Norden vordringen, vorbei an Dala Jarna und dem Siljan-See. Ein JoJo im guten Wetter und ein zunächst super laufender Heimflug brachten Sabrina und mich, also die Clubklasseflugzeuge, wieder zurück nach Eskilstuna. Wir hatten ca 550 Kilometer geschafft, aber der Rückflug war ab 18.30 Uhr schon zunehmend schwierig geworden: Erst breitlaufende Wolken, dann ab Kilometer 60 alles blau... Und Fabi hatte noch 120 Kilometer Rückweg vor sich...
Wir waren froh, dass Fabi einen Turbo eingebaut hat, und warteten drarauf, dass er mit Motorhilfe die letzte Hürde nehmend zurück kommt. Umso erstaunter waren wir, als gegen 20 Uhr Lokalzeit ein völlig erschöpfter Fabi mit über 630 geflogenen Kilometern ohne (!) Motorhilfe zum Überflug ansetzte und den schwierigen Heimweg tatsächlich gemeistert hatte! Am Abend gab es Fabis bisher längsten Streckenflug zu feiern, aber nicht zu lang, da wir morgen wieder fliegen werden.

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