| Qualifying Sailplane Grand Prix Poland 2009 |
|
|
|
|
Direkt aus Nitra ging es für mich (Patrick) nach Polen. In Zar, einem Gebirgsflugplatz im Süden Polens, sollte der Polnische Qualifikations Grand Prix für den Welt GP in Chile stattfinden. Seit 2006 bei mir zuhause auf der Hahnweide der erste deutsche Grand Grix stattfand, war es mein Ziel, einmal selbst einen solchen Wettbewerb zu fliegen. Die Wettbewerbsklasse war auf die Clubklasse beschränkt (wiederrum auf Index 101 beschränkt), somit musste ich mir erst ein Flugzeug suchen. Vielen Dank an Simon Ruopp, der mir seine hervorragende LS 1f zur Verfügung stellte! Einen Tag nach meiner Ankunft musste ich mich erstmal erholen, ich machte einen Ausflug auf den Berg direkt am Flugplatz und entspannte ein wenig. Am folgenden Tag machte ich erstmal einen Überprüfungsstart und danach meinen ersten Start auf der 6G. Weit weggeflogen bin ich nicht, da das Wetter nicht sehr homogen war. Der Tag später versprach aber besseres Wetter und so konnte ich das Wettbewerbsgebiet, das sich größtenteils mit dem von Nitra schneidet, ein wenig erkunden. Dort stellte ich auch fest, dass Clubklasse Flugzeuge doch nicht so schlecht sind, wie man immer hört. 440km mit einem 106km/h OLC Schnitt standen abends in der Optimierung. Das sollten auch schon die beiden freien Trainingstage gewesen sein. Das Pflichttraining stand an. Wir bekamen eine Aufgabe von knapp 193km, die bei dem Wetter relativ gut zu machen war. Der Regattastart war schon etwas neues, vor allem auf dem ersten Schenkel war es schon interessant, was für verschiedene Wege geflogen wurden. Ich fiel etwas zurück, doch durch einen besseren Endanflugbart konnte ich das Pflichttraining gewinnen. Für mich eine riesige Überraschung! Der zweite Wertungstag führte uns bei schwierigem Wetter in die Fatra. 30-40km/h Südwind und Blauthermik machten es wirklich sehr schwierig, vor allem die Querung der niederen Tatra, wo ich ganz froh war, das Sebastian in diesem Moment bei mir war. Der größte Teil des Feldes fiel bereits auf dem ersten Schenkel zurück, nur der kleine führende Pulk kam weiter. Kawa und ich konnten uns ein wenig absetzen. Doch am letzten Wendepunkt verlor ich Sebastian, da ich im höheren Gelände etwas vorsichtiger flog. Sebastian wählte auch einen total anderen nach Hause Weg, wie ich später mitbekam. Er flog weit östlicher über die hohe Tatra während ich den direkten Weg probierte und dabei auch Piotr und später auch auf Pawel und Wojcek traf. Wir mussten an einem kleinen Hang parken. Ich war der erste, der den Bart traf und vom Hang wieder weg kam. Noch ein Bart aus dem Blauen und ich war daheim. Nur Sebastian war an diesem Tag schneller! Wieder ein sehr guter Wertungstag!!! Der 3. Tag war durch viel Wind und kaum Thermik geprägt. Nach einiger Überredungsarbeit durch Vladimir und Sebastian wurde einen reine Hangaufgabe geflogen. Das hätte man auch noch nie gemacht. Eine sehr spannende Aufgabe, bei der ich mich auf die Künste des hier heimischen Sebastian Kawa verließ. Fast konnte ich ihm die Bonuswende noch streitig machen, doch ich verfehlte den Punkt um ca.1sec. Trotzdem kann ich mit dem Tag wieder sehr zufrieden sein. Ich war wieder weiter hinter Sebastian. Der 4. Wertungstag war auch wieder ein sehr sehr spannender Tag. Wir flogen dieses Mal in die hohe Tatra. Bereits beim Abflug trennte sich das Feld. Mein Teil vergrub sich erstmal nach 15km, einige mussten dort bereits landen. Wir konnten uns wieder ausgraben und wir setzten den Flug fort. Alleine musste ich mich dann Richtung Süden kämpfen. Der Wind war wieder stark und es gab nur Blauthermik, was die Sache nicht gerade einfach machte. Besonders die 2. Wende auf 2220m war nicht einfach zu nehmen. Der Wind frischte in der Tatra auf fast 50km/h auf, was nicht sehr gut für die Thermik war. Einige Zeit mussten wir parken, ehe es nach oben zur Wende ging. Der Heimweg war mit dem starken Rückenwind dann kein Problem mehr. An diesem Tag wurde ich 5. hinter dem Pulk, der mit Sebastian bereits auf dem ersten Schenkel einen total anderen Weg flog. Gesamt lag ich allerdings nun schon relativ sicher mit 10 Punkten Vorsprung auf Platz 2. Der 5. Wertungstag führte uns einmal rund um die Fatra, niedere und hohe Tatra. Ich hatte bei dem doch ganz guten Wetter wieder Mühe dem Pulk zu folgen, vor allem ging ich den Sprint um die Bonuswende etwas zu sportlich an und war dann tief und bekam den Punkt erst nicht. Das Wetter war so, wie man es aus der Tatra kennt, gutes Steigen und gute Basis. Auch die Querung der hohen Tatra war kein Problem. Ich wurde vom Pulk verfolgt, zusammen jagten wir die vorrausfliegenden Sebastian Kawa und Stanislav Wujcak. Einholen konnten wir die beiden nicht mehr, durch einen sehr guten Endanflug konnte ich den "Sprint" im Pulk für mich entscheiden und wurde an diesem Tag dritter. So langsam konnte ich mir ernsthafte Gedanken über die Teilnahme am GrandPrix Finale machen, doch es sollten noch 3 Tage zu fliegen sein! Der nächste Tag wurde neutralisiert. Das Wetter war doch nicht so gut wie vermutet und nachdem alle, die man schleppte wieder landeten, wurde nach einer Weile dann doch neutralisiert. Der 6. Wertungstag war ein Jojo in der niederen Tatra. Bei wie fast immer starkem Südwind flogen wir tief in die niedere Tatra hinein. Ich hatte wieder Probleme, bei den dort noch schnellen Bedingungen den Jantaren zu folgen. Erst als die Bedingungen schwächer wurden, kam ich wieder gut mit. Ich flog in einem kleinen Pulk, der nachher auch der führende sein sollte. Bei zunehmender Abtrockung ging es mit dem Wind aber auch mit der Sonne nach Hause, es war schwer, nochmals gutes Steigen zu finden. Piotr war am mutigsten und flog direkt heim und wurde als Tagessieger belohnt, ich flog mit dem Pulk nach Hause und kam, an dem Tag ein wenig enttäuschend, als 4. durch das Ziel. Trotzdem gab‘s einen Grund zu feiern, ich hatte nun den Vorsprung von mehr als 10 Punkten auf den 3. Platzierten behalten und somit war es sicher, dass ich mich für den Welt Grand Prix in Chile qualifiziert hatte. Eine super Sache! Sebastian Kawa patze an dem Tag, somit war ich nun nur 4 Punkte hinter ihm in der Gesamtwertung. Ein spannender Stand vor dem letzten Tag! Am letzten Wertungstag hieß es dann alles oder nichts! Ich hatte ja nichts zu verlieren und konnte wenn dann gewinnen. Eine kleine Aufgabe von 117km bei schwierigem Wetter wurde uns gestellt. Ich versuchte bereits früh vom Pulk weg zu kommen, was mir auch gelang, allerdings machte ich einen Fehler und wurde dann doch überrollt. Ich musste mich nach Hause kämpfen und kam an diesem Tag noch auf Platz 7. Sebastian wurde Tagessieger, somit war es besiegelt, dass ich 2. werde. Ein unglaubliches Ergebnis für mich!!! Das hätte ich mir im Voraus niemals erträumt. Die Siegerehrung fand Sonntag auf der Terrasse des Flugplatz Hotels statt. Dabei waren wieder sämtliche Offizielle der Eröffnung, was es zu einer genau so langatmigen Angelegenheit machte. Patrick |
| Zuletzt aktualisiert am Freitag, 26. Juni 2009 um 21:12 Uhr |



